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Wissenswertes

Nützliche Infos rund um das Thema
Pflegeeltern werden

Deine Anlaufstelle für Information, Beratung und Begleitung

Der Pflegeelternverein Nordwestmecklenburg e. V. ist ein Ort des Austauschs und wir verstehen uns als starke Gemeinschaft engagierter Familien. Gemeinsam setzen wir uns dafür ein, dass Pflegekinder gute Entwicklungsbedingungen erhalten und Pflegefamilien die Unterstützung erfahren, die sie für diese verantwortungsvolle Aufgabe benötigen. 

Online findet man zahlreiche Informationen über Pflegefamilien und wie die Hilfen zur Erziehung ablaufen. Die nachfolgenden Inhalte bündeln zentrale Grundlagen, Erfahrungen aus der Praxis und häufige Fragestellungen – verständlich, transparent und praxisnah. 

Warum Vernetzung für Pflegefamilien so wichtig ist 

Der Alltag in Pflegefamilien ist häufig von besonderen Herausforderungen geprägt: Die Verarbeitung belastender Lebenserfahrungen der Kinder, rechtliche Fragestellungen, die Zusammenarbeit mit Jugendämtern und Herkunftsfamilien sowie hohe emotionale Anforderungen. 

Unser Pflegeelternverein bietet: 

  • Austausch auf Augenhöhe
    Gespräche mit anderen, die ähnliche Erfahrungen machen, schaffen Verständnis, Entlastung und neue Perspektiven. 
  • Information, Beratung und Begleitung
    Unterstützung bei rechtlichen, pädagogischen und organisatorischen Fragen. 
  • Stärkung & Interessenvertretung
    Bündelung gemeinsamer Anliegen gegenüber Politik und Verwaltung. 
  • Gemeinschaft und Rückhalt
    Stärkung der eigenen Rolle und Förderung langfristig stabiler Pflegeverhältnisse. 

Bewusst Pflegeeltern werden – mit Haltung, Wissen und Begleitung

Die Aufnahme eines Pflegekindes ist eine besondere und verantwortungsvolle Aufgabe. Sie verändert das eigene Leben – und vor allem das Leben eines jungen Menschen – nachhaltig. Deshalb sollte diese Entscheidung wohlüberlegt, transparent und gemeinsam mit allen Beteiligten getroffen werden. 

Pflegekinder haben häufig belastende Lebenssituationen erlebt. Neben traumatischen Erfahrungen gibt es auch Kinder, die durch Alkohol- oder Drogenkonsum während der Schwangerschaft in ihrer Entwicklung beeinträchtigt sind. Diese Kinder bringen oftmals einen besonderen Erziehungs-, Förder- und Unterstützungsbedarf mit. 

Sicherheit, Stabilität und Verlässlichkeit

Pflegeeltern bieten Kindern einen sicheren, stabilen und verlässlichen Rahmen. Sie begleiten Entwicklungsprozesse, geben Orientierung, unterstützen beim Abbau belastender Verhaltensweisen und stärken Kinder in ihren individuellen Fähigkeiten. Diese Prozesse benötigen Zeit, Geduld, Fachwissen und eine verlässliche fachliche Begleitung. 

Pflegefamilien sind Teil des professionellen Helfersystems der Hilfen zur Erziehung. In Zusammenarbeit mit Jugendamt, Fachkräften, Therapeutinnen und Therapeuten sowie – wenn möglich – den Herkunftsfamilien tragen sie gemeinsam Verantwortung für das Kindeswohl. Transparenz, Kooperation und Reflexionsbereitschaft sind dabei zentrale Grundlagen. 

Was vor der Aufnahme wichtig ist

Vor der Aufnahme eines Pflegekindes ist eine ehrliche Auseinandersetzung mit den eigenen Ressourcen notwendig: Belastbarkeit, familiäre Situation, Unterstützungsbedarf und persönliche Grenzen. Schulungen, Beratung und der Austausch mit erfahrenen Pflegeeltern helfen, ein realistisches Bild dieser Aufgabe zu entwickeln. 

Pflegeelternschaft ist anspruchsvoll – und zugleich sinnstiftend. Der Pflegeelternverein Nordwestmecklenburg e. V. begleitet, informiert und vernetzt Pflegeeltern auf diesem Weg. 

Gesetzliche Grundlagen der Pflegekinderhilfe

Pflegekinder sind Kinder und Jugendliche, die aus unterschiedlichen Gründen vorübergehend oder dauerhaft nicht bei ihren leiblichen Eltern leben können. Die rechtliche Grundlage für die Pflegekinderhilfe bildet das Achte Buch des Sozialgesetzbuches (SGB VIII – Kinder- und Jugendhilfe). 

Gemäß § 33 SGB VIII

Die Vollzeitpflege ist eine Hilfe zur Erziehung. Ziel ist es, dem Kind ein förderliches, stabiles und familienähnliches Lebensumfeld zu bieten. Im Mittelpunkt stehen das Kindeswohl, die Förderung der individuellen Entwicklung sowie – sofern möglich – die Rückkehr in die Herkunftsfamilie oder eine langfristige Lebensperspektive. 

Übernahme der Verantwortung

Mit der Aufnahme eines Pflegekindes übernehmen Pflegeeltern Verantwortung im Alltag des Kindes. Gleichzeitig verbleiben wesentliche Entscheidungen – etwa in Fragen der elterlichen Sorge oder des Umgangs – häufig bei den Sorgeberechtigten oder dem Jugendamt. Daraus ergibt sich ein komplexer rechtlicher Rahmen, der Wissen, Austausch und Unterstützung erfordert. 

Weitere umfassende Informationen bietet der Bundesverband PFAD e.v.  Wiki Vollzeitpflege – pfad-bv.de 

Rechte, Pflichten und Handlungsspielräume von Pflegeeltern 

Pflegeeltern handeln im Rahmen der sogenannten Alltagssorge. Sie treffen Entscheidungen, die den täglichen Lebensbereich des Kindes betreffen, unter anderem: 

  • Ernährung, Kleidung und Tagesstruktur 
  • Kindergarten- und Schulangelegenheiten des Alltags 
  • Freizeitaktivitäten 
  • Arztbesuche bei akuten Erkrankungen 

Grundlegende Entscheidungen – etwa zu Operationen, Schulwechsel oder dem Aufenthaltsbestimmungsrecht – liegen abhängig vom Einzelfall bei den Sorgeberechtigten oder beim Jugendamt. Eine klare Abstimmung im Hilfeplan sorgt hier für Transparenz und Handlungssicherheit.